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Sonntag, 19. November 2006Hallo allerseits,
kaum zu glauben, aber es ist schon wieder eine Woche um und mal wieder gibt es jede Menge zu berichten. Also letztes Mal hatte ich ja erwaehnt, dass ich eventuell nach New Orleans reise und genau dass habe ich auch gemacht
. Das beste an solchen unvorhergesehenen, ungeplanten Reisen ist immer, dass man keine Erwartungen an sie hat und von daher eigentlich auch nicht enttaeuscht werden kann. Also dieses Mal, wie immer, war es ein Hammer Erlebnis. Los gings letzten Mittwoch. Also war Dienstag Kofferpacken angesagt. Aber was nimmt man da blos mit??? New Orleans liegt ja ziemlich weit suedlich und Wetterbericht hat eigentlich warmes und schoenes Wetter angesagt, aber kann man das wirklich glauben, wenn man im kalten, verregneten Boston ist? Naja Koffer ist gross, also fuer jede Gegebenheit etwas mitnehmen
. Bedeutet aber auch, dass man Schuhe fuer jede Gelegenheit braucht. Und was zieht man eigentlich auf der Tagung an??? Also am Ende war der Kleiderschrank leer und mein Koffer prope voll und das war auch gut so. Also Mittwoch frueh gings los. Fliegen ist ja kein Problem, ausser natuerlich man hat eine dicke Erkaeltung, so wie ich. Starten und naja Fliegen ist da ja nicht schlimm, aber die Landung... Haette echt nicht gedacht was man da fuer Schmerzen haben kann nur wegen nem Schnupfen und da das ganze soviel Spass macht, hatte ich natuerlich nen Flug mit Zwischenstopp in Charlotte, North Carolina und durfte den Horrortrip gleich zweimal machen. Dafuer wurde ich aber mit einem herrlichen Anblick von Baeumen in jeder Farbe belohnt, da der Indian Sumer in North Carolina gerade in vollem Gange war.
Also nach 4 Studen Flug bin ich endlich in New Orleans angekommen und der Empfang war auch nicht von schlechten Eltern. Am Gepaeckband stand ne Big Band und hat uns mit Musik begruesst.

Na wenn das mal kein guter Anfang ist...
Vom Flughafen gings dann direkt per Shuttlebus ins Hotel. Natuerlich war ich voll neugierig, wie New Orleans denn mittlerweile aussieht, nachdem mir gesagt wurde, dass es wohl Orte gibt, die ganz schnell wieder aufgebaut wurden und in anderen Gegenden es immernoch so aussieht als wenn der Hurrican vor ner Woche gewesen waere. Aber auf der ganzen Fahrt war eigentlich nichts so ausergewoehnliches zu sehen. Ok es wurde ziemlich viel gebaut, aber das wars dann auch. Mein Hotel war in der Canal Street, was sehr guenstig ist, da das beruehmte Franzoesische Viertel (das Party-Viertel) gleich um die Ecke war und wir auch zum Tagungszentrum laufen konnten. Im Hotel hab ich dann das erste Mal Heather, eine Kollegin aus Chicago gesehen und wir haben uns auf Anhieb perfekt verstanden. Ist auch gut so, wenn man sich 3 Tage lang ein Zimmer teilt und daher rund um die Uhr aufeinander haengt. Da wir Mittwoch nichts weiter zu tun hatten sind wir dann erstmal die Umgebung erkunden gegangen. Also Mississippi mit Schaufelraddampfer ansehen und natuerlich das Franzoesische Viertel checken
. Mein Freund Rodrigo hatte mir netterweise vor meiner Abreise ein Liste mit Sachen gegeben, die ich unbedingt tun musste in New Orleans und diese beiden gehoerten auf jeden Fall dazu. Genauso wie das leckere einheimische Essen zu probieren, was dummerweise zu 90% aus Fischgerichten besteht, aber ich habe mich trotzdem breitschlagen lassen abends in ein Fischrestaurant (Oceana) zu gehen, was die perfekte Wahl war. Ok als Hauptgang hatte ich einen leckeren Salat, aber die Nachtischempfehlung vom Kellner war der absolute Wahnsinn. Mulligans Ginger Mud Mountain aus Irland hat definitv Konkurrenz bekommen vom original New Orleans Bread Pudding. Nach dem Erlebnis, habe ich den in jedem Restaurant bestellt, aber nirgends ist er so gut wie im Oceana!
Am naechsten Morgen sind wir dann erstmal gemuetlich Fruehstuecken gegangen im weltberuehmten Cafe du Monde und hatten Beignetts. Sehr lecker!

Dann wollten wir uns eigentlich das Garden District mit den beruehmten Villen ansehen, aber auf dem Weg dahin hat uns Mario, ein weiterer Kollege aus Chicago angerufen und wir mussten zurueck und ihm beim Aufbau unseres Messestandes helfen, schliesslich waren wir ja nicht nur zum Spass da. Dafuer hatten wir wieder einen netten abend im French Quarter und ein leckeres Abendessen mit jeder Menge Austern (ich kann mich mit den gebackenen anfreunden, aber rohe Austern sind immernoch tabu).

An dem abend haben wir dann auch noch mehr Tagungsbesucher gesehen und ich sage nur, wehe wenn sie losgelassen. Was Alkohol so alles aus den Menschen rausholt, schlimm, schlimm, schlimm. Und damit meine ich nicht mich, ich war dummerweise krank und hab mich zurueck gehalten
.
So der naechste Tag war dann mal wieder ganz im Zeichen von Arbeit. Die Kurse gingen los und auch die Messe wurde eroeffnet, also waren wir den ganzen Tag beschaeftigt. Das ganze ging bis kurz nach 8 abends und dann wollten wir alle nur noch essen. Wir hatten uns ein Restaurant empfehlen lassen, aber dummerweise mussten wir da anderthalb Stunden auf einen Tisch warten. die Zeit haben wir an der Bar verbracht, auch nicht schlecht, aber meine Fuesse haben mich zu dem Zeitpunkt fast umgebracht
und ich wollte eigentlich nur noch sitzen. Es gab auch einen freien Stuhl im Restaurant, also ist Heather losgegangen um zu fragen, ob wir den haben koennten, aber der Typ meinte er braeuchte den, um seine Jacke abzulegen, sehr nett. Also Heather als Maedel hatte keinen Erfolg, daher ist Sep losgezogen um mir den Stuhl zu besorgen. Er hat die gleiche Antwort bekommen und wollte den Stuhl dann einfach nehmen, da ihm das einfach zu dumm war. Dummerweise fand das der Typ mit der Jacke gar nicht lustig und schon hatten wir fast einen kleine Schlaegerei in Gange
. Da wir aber noch essen wollten, hat Sep das dann ganz schnell sein lassen und ich hab weiter gestanden.

Auf jeden Fall hat es sich geloht, aufs Essen zu warten und wir hatten noch einen sehr langen und schoenen Partyabend.
Samstag waren dann nochmal Kurse und Messe angesagt und dann gings auch schon wieder zurueck ins kalte Boston. In New Orleans war wirklich Sommer, was so gar nicht mit mancher weihnachtlicher Schaufensterdekoration zusammen gepasst hat, aber ich muss da ja zum Glueck nicht Weihnachten feiern
.

Also da bin ich wieder in Boston, was auch ganz schoen ist, denn als ich Samstag nacht Heim gekommen bin waren meine Mitbewohner da und wir haben ein bisschen in der Kueche gequatscht und Sonntag hatte ich wieder jede Menge Spass mit meinem Spanier. Wir waren erst im Kino und haben uns Borat angesehen und es scheint uebrigens so, als wenn die Amis echte Fans von diesem Film sind. Danach waren wir in nem italienischen Restaurant essen. Der Kellner hat mit mir geflirtet und sich ein klein bisschen ueber Rodrigo lustig gemacht, was ihn voll eifersuechtig gemacht hat. Ist das nicht suess??? Man hatte ich einen Spass. Mal sehen ob das nachher wieder so wird. Heute steht endlich die Rembrandt Ausstelltung auf dem Plan, die wir uns schon seit Wochen ansehen wollen, aber bis jetzt noch nicht geschafft haben.
Naechste Woche wird eine kurze Woche, da am Donnerstag Thanks Giving ist. Wir sind alle (meine Mitbewohner und ich) bei Freunden von Gerry (Mitbewohner) eingeladen und es gibt ein Thanks Giving Dinner mit allem drum und dran. Ich freue mich schon tierisch auf den Truthahn.
Soviel erstmal fuer heute. Ist wieder ein bisschen laenger geworden, aber was solls, ihr wollt ja wissen was so geht, also nehmt euch auch die Zeit es zu lesen
. Ich freue mich schon auf eure Kommentare.
Bis bald
Anja
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